Kreisjägerschaft NORDFRIESLAND e.V.

Meer als Jagd

JAGDBETRIEB


Sep 2019   Kofferfalle in Schleswig-Holstein wieder erlaubt

Ab sofort darf die Kofferfalle wieder durch den LJV geprüft & registriert und somit landesweit eingesetzt werden. Das LJV-Präsidium und der Arbeitskreis Niederwild im LJV begrüßen den Erlass, an dem lange gearbeitet wurde: "Mit diesem Erlass sind wir unserem Ziel, die jagdlichen Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein zu verbessern, ein großes Stück näher gekommen", stellt  LJV-Präsident Wolfgang Heins fest. Ebenso positiv äußert sich der Vorsitzende des Arbeitskreises Niederwild Revieroberjäger Christopher von Dollen: "Dies ist ein wichtiger Schritt für das Prädatorenmanagement zur Niederwildhege" 

Die Kofferfallen müssen die Eigenschaften aufweisen:

• Das Mindestmaß für den Kofferdeckel beträgt (180 cm x 90 cm x 20 cm).
• Der Abstand vom Rand des Auslösers zum vorderen und seitlichen Fallenrand muss mindestens 60 cm betragen.
• Es dürfen keine scharfen Kanten, Spitzen oder sonstige Verletzungsrisiken in den Fangraum ragen.
• Die Fallhöhe des Kofferdeckels (gemessen vom vorderen Deckelrand) darf maximal 40 cm betragen.
• Das Gewicht des Kofferdeckeis darf 35 kg nicht überschreiten.
• Die Falle darf erst arretieren, wenn der Deckel vollständig geschlossen ist.
• Der Fangraum muss bei vollständig geschlossener Falle abgedunkelt sein.+


Sep 2019   Aufruf zur Einsendung auffälliger Feldhasen

Liebe Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein,
die Jägerschaft in Schleswig-Holstein beobachtet seit einigen Jahren eine Zunahme von erkrankten und verstorbenen Feldhasen. Deshalb haben wir, das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover an der Außenstelle Büsum, in Kooperation mit dem „Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein (WTK)“ der Universität Kiel sowie dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV-SH) im Jahr 2016 und 2017 Feldhasen auf Infektionskrankheiten untersucht.
In drei Untersuchungsgebieten wurden zusammen mit den örtlichen Jagdausübungsberechtigten jeweils 20 zufällig ausgewählte Feldhasen der Jagdstrecke entnommen und am ITAW ausführlich obduziert und beprobt. Zusätzlich konnten wir in enger Zusammenarbeit mit den Revierinhabern in 2017 51 Fallwildhasen in unsere Studie aufnehmen. Somit konnten wir bereits einen ersten Eindruck des Infektionsgeschehens erhalten und teilweise revierspezifische Unterschiede feststellen, die wir nun in der Folgestudie 2019 weiter aufzuklären versuchen: Die Jagdwildhasen waren deutlich seltener mit Krankheiten befallen als die Fallwildhasen und es konnte insgesamt eine sehr hohe Belastung mit Parasiten festgestellt werden. Ebenso waren Junghasen oft häufiger und massiver infiziert als Althasen. Mit einem angepassten Studiendesign und einer Ausweitung der Untersuchungsgebiete, hoffen wir in diesem Jahr weitere Einblicke in die Gesundheit von Feldhasen aus Schleswig-Holstein und deren Einfluss auf den beobachteten Populationsrückgang zu erhalten.
Nach der sehr guten Zusammenarbeit mit der Jägerschaft in Schleswig-Holstein in den zurückliegenden Studienjahren, hoffen wir auch in 2019 auf Ihre Unterstützung bei der Beprobung von Feldhasen. Deshalb bitten wir erneut um Ihre Mithilfe!
Mein Name ist Marcus Fähndrich und ich bin als Tierarzt am ITAW seit 2017 für das Projekt und die Untersuchung der eingesandten Hasen zuständig. In diesem Jahr interessieren uns erneut– neben den als „gesund“ erlegten Hasen aus den Stichprobenrevieren - v.a. verstorbene Feldhasen. Ich bitte Sie daher, tot aufgefundene Feldhasen (bitte kein Verkehrsfallwild!) oder eventuell als „erkennbar krank“ erlegte Feldhasen (Hegeabschüsse) zu sammeln und uns in einem solchen Fall schnellstmöglich telefonisch (+49 511 856 8154 oder +49 151 1163 1688) oder per E-Mail (marcus.faehndrich@tiho-hannover.de) zu kontaktieren. Diese Tiere werden wir dann zeitnah bei Ihnen abholen und bitten Sie, diese bis dahin möglichst kühl (bitte vorerst nicht tieffrieren!) einzulagern.
Die Ergebnisse werden nach Abschluss aller Untersuchungen zum Beginn des kommenden Jahres zusammengetragen und jeder Einsender erhält anschließend eine Zusammenfassung aller untersuchten Tiere. Bitte beachten Sie, dass eine individuelle Auskunft zu eingesandten Tieren im Rahmen dieser wissenschaftlichen Studie leider nicht möglich ist.
Über Ihre Mithilfe in diesem Projekt würden wir uns sehr freuen. Wir hoffen, dadurch einen besseren Einblick in die Todesursachen von Feldhasen aus Schleswig-Holstein in Zusammenhang mit dem Populationsrückgang zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen,
Tierarzt Marcus Fähndrich
Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert
Dr. Ulrich Fehlberg